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Neuer Biomarker „Copeptin“ beschleunigt die Herzinfarktdiagnose

Erstellt am: 02.07.2009

Hennigsdorf, 2. Juli 2009. Der neue Biomarker Copeptin kann das Patientenmanagement in der Notaufnahme entscheidend verbessern. Dies zeigt eine im „Journal of the American College of Cardiology“ (JACC) veröffentlichte Studie, die sich mit der Bedeutung von Copeptin für den schnellen Ausschluss akuter Myokardinfarkte (AMI) befasst.

Eine der größten Herausforderungen in der Notfallmedizin ist die frühe Diagnose akuter Myokardinfarkte (AMI) bei Patienten mit Brustschmerz oder anderen Symptomen, die auf diese Erkrankung hinweisen könnten. Bis dato hat sich Troponin als wirksamster Biomarker auf diesem Gebiet erwiesen. Laut der Studie „Incremental Value of Copeptin for Rapid Rule Out of Acute Myocardial Infarction (AMI)“, die am Basler Universitätsspital durchgeführt wurde, ermöglicht die Kombination von Troponin und Copeptin, einem neuen Herzmarker der BRAHMS Aktiengesellschaft, einen schnellen und zuverlässigen Ausschluss von AMI schon nach der ersten Blutabnahme des Patienten in der Notaufnahme.


Jährlich kommen ca. 15 Millionen Patienten weltweit mit Verdacht auf akuten Myokardinfarkt (AMI) in die Notfallstation. Bei der überwiegenden Mehrheit (70 bis 80%) dieser Patienten wird letztendlich kein AMI festgestellt. Da die Troponin-Konzentration im Blut stark verzögert ansteigt, kann diese erst nach bis zu sechs Stunden gemessen werden. Deshalb empfehlen die Europäischen Richtlinien bei Verdacht auf AMI serielle Blutabnahmen. Die Studienergebnisse zeigen, dass durch einen Test auf Troponin und Copeptin zusammen mit einem Elektrokardiogramm (EKG) und klinischen Befunden ca. zwei Drittel der Patienten nicht sechs Stunden in der Notaufnahme auf den zweiten Troponin-Test warten müssten, das heißt eine längere Überwachung und serielle Blutabnahmen wären überflüssig.


„Wenn ein Patient mit Verdacht auf einen akuten Myokardinfarkt (AMI) in die Notaufnahme kommt, muss der Arzt schnell feststellen können, ob dieser Patient wirklich gefährdet ist oder nicht. Der sichere Ausschluss eines AMI ist in dieser Situation sehr wichtig, bislang jedoch nicht möglich. Die Messung von Copeptin in Kombination mit Troponin kann diese Ausschlussdiagnostik beschleunigen und somit das Patientenmanagement in der Notaufnahme wesentlich verbessern. Zwei Drittel dieser Patienten dürften auf diese Weise bereits nach der ersten Blutabnahme die Notfallstation wieder verlassen“, erklärt Studienleiter Dr. Tobias Reichlin von der Abteilung Innere Medizin des Universitätsspitals Basel. Während die Troponin-Konzentration erst vier bis sechs Stunden nach einem Infarkt ansteigt, ist die Konzentration des neuen Biomarkers Copeptin direkt nach dem Auftreten der Symptome am höchsten und beginnt danach zu sinken. Durch diesen Unterschied verspricht eine Kombination der beiden Marker großen Erfolg.


Die Studie wurde am Universitätsspital Basel, Schweiz, durchgeführt. Dabei wurde die Copeptin-Konzentration von 487 nacheinander in die Notaufnahme eingelieferten Patienten mit Herzinfarktsymptomen bei der Aufnahme mit einem immunoluminometrischen Sandwich-Assay im Blindtestverfahren gemessen. Die abschließende Diagnose wurde durch zwei unabhängige Kardiologen anhand sämtlicher verfügbaren Daten bestätigt.


Abschließend wurden 81 Patienten (17%) mit akutem Myokardinfarkt (AMI) diagnostiziert. Die Copeptin-Konzentration war bei Patienten mit AMI deutlich höher als bei jenen mit anderer Diagnose (Medianwert 20,8 pmol/l gegenüber 6,0 pmol/l, p<0,001). Die Kombination von Troponin und Copeptin direkt nach der Einlieferung führte zu einem Bereich unter der ROC-Kurve von 0,97 (95%-Konfidenzintervall: 0,95 bis 0,98), der deutlich höher lag als der Wert von 0,86 (95%-Konfidenzintervall: 0,80 bis 0,92) für Troponin allein (p<0,001). Bei einer Copeptin-Konzentration < 14 pmol/l in Kombination mit Troponin ≤ 0,01 µg/l konnte ein AMI mit einer Sensitivität von 98,8% und einem negativen Vorhersagewert von 99,7% ausgeschlossen werden.


Copeptin, der C-terminale Teil des Prohormons von Vasopressin, ist ein Marker für akuten endogenen Stress. Arginin-Vasopressin (AVP) ist eines der wichtigsten Hormone im menschlichen Körper. Trotz der klinischen Relevanz von AVP für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushaltes und des Gefäßtonus ist die Messung von reifem AVP schwierig und von präanalytischen Fehlern geprägt. Erst vor kurzem erwies sich Copeptin, ein 39 Aminosäuren langes Glycopeptid, das aus dem C-terminalen Teil des AVP-Prohormons (CT-proAVP) besteht, als stabiler und sensitiver Surrogatmarker für die Freisetzung von AVP, analog zum C-Peptid für Insulin. Es zeigte sich, dass die Copeptin-Messung bei verschiedenen klinischen Indikationen hilfreich ist, u.a. bei der Diagnose von Diabetes insipidus sowie der Überwachung von Sepsis und kardiovaskulären Erkrankungen.


Copeptin soll im Herbst dieses Jahres in Europa auf den Markt kommen und reiht sich in eine Serie hervorragender BRAHMS-Biomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen ein. Die Studienergebnisse wurden bereits im März im Rahmen einer Late-Breaker-Session (aktuelle Studienergebnisse, die erst kurz vor Beginn des Meetings eingereicht werden) auf dem Kongress des „American College of Cardiology“ (ACC) präsentiert. Somit hat BRAHMS bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Monate erfolgreich mit einem neuen Herzmarker an einer Late-Breaker-Session eines bedeutenden Kardiologenkongresses teilgenommen.


Die BRAHMS Aktiengesellschaft beschäftigt sich mit der Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung innovativer diagnostischer Biomarker. Sie ist eines der drei größten Biotech-Unternehmen in Deutschland. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte in mehr als 65 Ländern über seine Tochterunternehmen und Vertriebsgesellschaften sowie über eigene Laborsysteme und weltweit operierende Lizenzpartner. Der Hauptsitz der BRAHMS Aktiengesellschaft befindet sich in Hennigsdorf bei Berlin, wo rund 220 der weltweit insgesamt 400 Mitarbeiter des Unternehmens beschäftigt sind.



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